Segeln auf der Müritz

Eigentlich wollten wir ja wieder an den Starnberger See….

Aber viele Freunde haben uns von der Müritz vorgeschwärmt, sodass wir uns entschlossen haben, mal dorthin zu trailern. Ausserdem habe ich eine nette Kollegin, die mich im Vorfeld ausführlich über die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung unterrichtet hat. Darauf haben wir uns für 280 Km kurze Anreise entschieden.

Also haben wir Solgun wieder auf den Trailer gepackt und sind nach Röbel gefahren. Ein Vereinskollege hat mir dort kompetente Hafenmaeister am Kran versprochen.

Nach Kranen, Mast stellen und einräumen war auch schnell ein Liegeplatz gefunden:

Am nächsten Morgen sind wir dann erstmal rausgefahren und haben binnen weniger Stunden ca. 15 Seemeilen gesegelt. Der Wind passte perfekt mit 3-4 bft. So sieht die kleine Stadt Röbel im Kielwasser aus:

Nach verlassen der Röbeler Bucht zeigte sich die ganze Weite der Müritz. Einfach toll:

So ähnlich, mit mal mehr und mal weniger Wind, verliefen eigentlich fast alle Tage. Ein Tag war der Wind etwas heftiger, sodass ich entschieden habe, nicht rauszufahren. An dem Tag sind wir gemütlich durch Waren geschlendert. Aber es gab am Ufer der Müritz auch einige wirklich schöne Motive zum anschauen wie z.B. das Schloss Klink:

Am schönsten war aber meistens der Himmel mit den Wolken. Über der Müritz sieht das sehr beeindruckend aus:

Der Skipper war jedenfalls mal wieder sehr zufrieden:

Und die Vorschoterin, Köchin, Festmacherin, Proviantmeisterin und Zahlmeisterin gestaltete das Bordleben höchst angenehm.

Ich glaube, einige, die uns beobachtet haben, waren beeindruckt, dass man auf so einem kleinen Boot leben kann. Besonders nach dem Reinkranen staunten einige, was wir alles an Bord verstauten. Es ist halt alles eine Frage der Organisation.

Neben sehr großen Motorbooten, die fast alle verchartert waren, sah man dort übrigens auch noch andere Kuriositäten. Das beste waren die Flöße mit Aussenbordmotor, auf die man seinen Wohnwagen stellen konnte. Das ganze “Gespann” wurde dann über die Müritz gesteuert. Irgendwie witzig:

Tja und dann kam nach 8 Tagen das Ende der Reise. Solgun wurde wieder ausgeräumt und am Mittwoch bei strömendem Regen ausgekrant und nach Bremen gefahren.

Wir haben dort sehr nette hilfsbereite Leute kennegelernt. Besonders freundlich war ein Segler aus Leipzig, der uns noch am Ankunftstag die Besonderheiten des Gwässers erklärte. Nett waren auch die Crews zweier Kleinkreuzer, mit denen ich abends herrlich geklönt habe. Endlich habe ich mal eine Varianta 18 von nahem gesehen und habe eine Edel 5 kennengelernt, Beides hübsche kleine Kielboote mit erstaunlich mehr Platz trotz geringerer Länge als Solgun.

Das Segeln hat ausserordentlich Spass bereitet, schon weil meine Vorschoterin anders als auf der Weser nicht ständig das Vorsegel auf die andere Seite holen mußte. Und wenn wir kreuzen mußten, waren das herrlich lange Schläge.

Hat Spass gemacht.

Endlich weitergemacht

Endlich haben wir wieder Zeit gefunden weiter zu basteln.
Ich glaube fast, Favör war auch schon ein wenig traurig, dass wir uns nicht mehr um sie gekümmert haben, aber meine andere alte Dame ging nun mal vor. Aber wie schon beim Urlaubsbericht mit Solgun geschrieben, Muttchen geht’s wieder deutlich besser.

Also zuerst mal den ganzen Rumpf komplett ausgeschliffen. Irgendwann kann man die Schleifmaschine nicht mehr sehen… Zur Abwechslung haben wir dann etappenweise die Kielbolzen – oder besser Kielschrauben – gewechselt. Einige hat Marcel mal fotografiert:

Die waren zwar noch alle rauszudrehen, aber man brauchte zum lösen schon eiene 70 cm Verlängerung auf der Knarre. Einige waren auch schon durch Gammel etwas eingeschnürt. Es war schon richtig, sie auszutauschen. Die neuen sind aus VA und Gewindestangen – natürlich mit Epoxidharz eingesetzt. Es war gar nicht einfach, Material mit BSW 1/2″ Gewinde zu ergattern. Ohne World Wide Web wäre ich da wohl aufgeschmissen gewesen.

Nebenbei haben wir alle Blechbodenwrangen, die mit den Spanten verschraubt waren, entfernt und eine nach der anderen durch schöne Holzteile ersetzt. Diese sind zwar geklebt und nicht geschraubt, aber ich denke, die Verbindung mit dem Kielholz und dem Rumpf ist um ein vielfaches fester als vorher. Es sind obendrein etwa 40% mehr Wrangen geworden, weil wir konsequent jedem zweiten Spant eine Wrange verpasst haben. Und die Verbindung ist anders als die im Holz ausgejakelten Schrauben spiel- und bewegungsfrei. Das war schon abenteuerlich lose, was wir da ausgebaut haben.

So sieht sie jetzt von innen aus:

und von hinten:

wenn das mal lackiert ist, sieht der Rumpf bestimmt toll aus.

Urlaub mit Solgun

Nicht, dass jemand denkt, hier geht’s nicht weiter…

Leider haben ein paar gesundheitliche Probleme meiner Mutter mich davon abgehalten, viel zu segeln bzw. mich um unsere Boote zu kümmern. Aber pünktlich zu unserem Urlaub wurde Muttchen aus dem Krankenhaus entlassen. Sie fühlt sich wieder wohl und wir haben Solgun mit ruhigen Gewissen auf den Trailer geladen.

An die von uns so geliebte Schlei sollte es gehen. Diesmal wollten wir sie ganz erkunden. Acht bis Zehn Tage hatten wir geplant. Das sollte reichen, von Arnis bis Schleswig alles einmal zu sehen.

Das Wetter am 20. Juni war vielversprechend. Also gemütlich nach Arnis getrailert und alles fertiggemacht zum Kranen. Einer der besten Hafenmeister hat unsere kleine Schäre gekonnt mit seinem riesigen Containerstapelkran ins Wasser gesetzt. Freund Harald hat mir noch beim verholen an den Liegeplatz geholfen und nach dem Einräumen und Essen beim Griechen in Kappeln gings totmüde in die Kojen.

Tags drauf segelten wir zur Marina Hülsen. Der Hafen wurde uns als ruhig und gemütlich von einem befreundetem Modellbauer und Segler empfohlen. Da ist es wirklich ruhig. Abends gab es festliche Nudeln mit Ketchup. Wir lagen neben einem anderen schönen Holzboot:

Am nächsten Tag gings flott zurück:

Wir wurden nach der Lindaunis-Brücke schon erwartet. Ramona und Harald begleiteten uns mit Bento bis Arnis. Bento ist in meinen Augen einer der schönsten 30qm Schärenkreuzer. Flach, elegant, von Estlander gezeichnet und sehr schnell unterwegs. Selbst ohne Vorsegel war Bento noch schneller als wir…

Am Liegeplatz neben Bento lag die Bremen. Eine 30qm Schäre von Abeking & Rassmussen. Ebenso eine Augenweide:

Die nächsten Tage waren recht windig mit Böen bis zu 7 bft, sodass wir lieber in Arnis im Hafen geblieben sind. Da in Arnis ja auch das Auto stand, konnten wir die Hafentage nutzen, uns die Umgebung anzusehen. Nach Robbe & Berking ins Yacht Heritage Center in Flensburg ging die Fahrt. In Fl gibt’s eh so einiges zu sehen, sodass der Tag gut ausgefüllt war. Den anderen Tag haben wir in Kappeln gefaulenzt.
An den folgen Tagen haben wir die Schlei bis Schleswig erkundet. Es war recht schwachwindig, sodass wir die Engen motort haben. Der kleine Honda mußte schließlich auch mal was tun. Allerdings fanden wir die “Große Breite” nicht so reizvoll, wie das Stück zwischen Arnis und Lindaunis.

Schleswig in Sicht:

Aber vielleicht lag das auch nur an der herrschenden Flaute. Im Binnenland ist halt meistens weniger Wind…

Die folgenden Tage gab es wieder ordentlich Wind mit 4 bft und 5er Böen, dass der Skipper zufrieden grinsen konnte.

Die Vorschoterin kann Wind mittlerweile auch geniessen. Sie hat hat sich sehr gut dran gewöhnt. Alle Manöver haben dank ihrer guten Mitarbeit hervorragend geklappt. Die Anlegemanöver waren reibungslos. Da haben andere in diesen Tagen deutlich mehr Hafenkino geboten 😉

Auf dem Wassser waren wir meist recht flott unterwegs, das GPS zeigte bis zu 6,3 kn.

Es begnete uns noch ein Fotografenteam der Yacht. Nico Kraus machte Bilder von einem wunderschönen Haiboot. Der Eigner des Haibootes stellte mir das Beitragsbild oben zur Verfügung. Der Hai steht übrigens beim FKY zum Verkauf. Ein schnelles Boot.

Es hat sehr viel Spass genmacht, bei optimalen Bedingungen mit einem etwa gleichwertigen Boot nebeneinander her zusegeln. Die Jungs von der Bootswerft Grödersby, die auf Zoé am Ruder waren, haben uns nichts geschenkt.

Am Mittwoch abend hat der freundliche Hafenmeister Solgun wieder rausgekrant und auf den Trailer gestellt.

Eine wunderbare Zeit ging zuende.

Saisonvorbereitungen

Die Saisonvorbereitungen laufen auf Hochtouren. Also steht Favör etwas hinten an. Marcel hat die Backskisten zum beschleifen zu Hause. Daher kann ich mich intensiv mit Solgun befassen. Der Mast ist lackiert. Das Deck habe ich am Donnerstag zum zweiten mal überlackiert. Es sieht ganz ordentlich aus.

Ich habe mir diesen Winter noch zwei wichtige Dinge für Solgun geleistet – einen einfachen kleinen 19 qm Spinnaker von Segelmacher Sebastian in Greifswald. Sebastian hat mir auf der Boot in Düsseldorf einen dermaßen güstigen Messepreis gemacht, dass ich trotz Fernostfertigung nicht nein sagen konnte. Und soweit ich es beurteilen kann, ist das gute handwerkliche Arbeit:

Wenn er denn beim Fahrtensegeln auch noch gut zu handhaben ist, ist das eine echte Bereicherung. Platt vorm Laken war Solgun nicht wirklich schnell. Und der Vorbesitzer freut sich sicherlich auch, denn er hatte auf meinen Segelbildern etwas blaues und etwas gelbes vermißt.

Für die Zeit im Hafen habe ich mir noch eine einfache Vorsegelpersenning geleistet, damit die Genuas nicht so sehr in der Sonne leiden müssen.

Viel wichtiger für harmonischen Urlaub mit Heidi ist aber die Schlafsituation. Im letzten Jahr hatten wir ja einfache Isolierplatten als Polster im Boot. Das ging auch, zumindest war es schön warm. Aber morgens hat man Knochen gespürt, von denen man gar nicht wußte, dass es sie gibt… Hier war also langfristig Handlungsbedarf. Auf der letzten Boatfit habe ich den Stand der Schaumstoff Schwestern beäugt. Als ich mit Marcel auf der Hanseboot war, habe ich mir ein Herz gefasst und einfach mal nachgefragt, was denn wohl Polster für meine kleine Schäre kosten würden. Vom Preis war ich positiv überrascht, sodass ich mit Heidi zum Bezug aussuchen und bestellen nach Hamburg gefahren bin. Schablonen habe ich mir vorher aus Zeichenpapier angefertigt.

Heute haben wir die Polster abgeholt und mal reingelegt:

Sie passen wirklich super und es ist herrlich gemütlich darauf zu liegen. Ich glaube ich werde mal Probeschlafen, sobald Solgun im Wasser ist.

Allmählich ist fast alles erneuert bzw. angeschafft. Solgun ist bis auf die neue Cockpitpersenning jetzt fertig runderneuert.

3 bis 4 Wochen noch, dann wird wieder gesegelt.

Die ersten neuen Bodenwrangen

Wirklich neue Bilder habe ich nicht, aber einen kurzen Bericht für die letzten 7 Wochen.

Das Wetter war ja eher bescheiden – Temperaturen kurz über oder kurz unter dem Gefrierpunkt motivierten nicht wirklich zum weiterarbeiten. Dennoch haben wir uns jedes Wochenende mindestens einen Tag für 3 bis 4 Stunden bei Favör beschäftigt. Dazu gehörte natürlich auch mal, dass die Halle aufgeräumt und etwas durchgefegt wird.

Vor allem haben wir weiter ausgeschliffen und uns am letzten Wochenende entschieden, die beiden Backskisten als ganzes Teil auszubauen. Sonst hätte man in dem Bereich, in dem sie im Rumpf befestigt waren, nicht ordentlich sauber arbeiten können. Da der Steven aus zwei geleimten Teilen besteht und die Leimnaht teilweise gerissen war, habe ich sie schnell ausgeleistet.

Nebenbei haben wir einige Kielschrauben herausdrehen können. Wir werden sie ersetzen, weil sie doch etwas angegammelt waren und schon stellenweise durch Rost sehr eingschnürt sind. Sie sehen durch Verrostung ein wenig wie Dehnschrauben aus. Das Gewinde ist übrigens BSW 1/2″ mit 12 Gängen pro Zoll. Dank Internet gibts noch solch ein Material zu kaufen. Die Beschaffung war aber nicht ganz einfach. Wir werden die Schrauben dann Stück für Stück ersetzen, so wie wir im Kielbereich das Holz bearbeiten.

Gestern habe ich dann endlich mal ein paar Neuteile verbauen können. Es war warm genug für Epoxydharz. ich habe drei Bodenwrangen aus Holz als Ersatz für die Blechteile eingeklebt. Es ist in dem Bereich jetzt eine mehr als original vorhanden waren. Wir werden aber lieber ein mehr einbauen, um die Stabilität des Rumpfes zu erhöhen.

Rumpf ausschleifen

Marcel hat Sylvester morgens im Bug und im Heck die Blechbodenwrangen ausgebaut. Derweil habe ich mit mit dem Multitool die herausgequollenen Epoxy-würste aus dem Rumpf entfernt. Dazu noch die Sylvesternacht “durchgehampelt” und ich hatte Neujahr anständig Muskelkater. Marcel ist noch jung, der steckt das stundenlange hocken im Rumpf entspannter weg 😉

Eine der unangenehmsten Arbeiten haben wir heute begonnen. Wir schleifen jetzt den Rumpf aus. Also alle Farbe und Lack müssen weg bis aufs rohe Holz, damit wir später das Boot von innen gut versiegeln können.

Marcel hat im Bug begonnen:

20170107-005

Ich habe im Heck angefangen. Da ist es zwar nicht ganz so eng, aber irgendwie auch nicht wirklich bequemer. Aber die Ergebnisse können sich sehen lassen:

20170107-003

Wir werden wohl noch bis Ende Januar brauchen, bis wir Bug und Heck fertiggeschliffen haben, und auch die neuen Holzbodenwrangen angefertigt und eingeklebt haben. Drückt uns die Daumen, dass es Ende Januar ein paar Tage mit Temperaturen über 5°C gibt. Sonst funktioniert das Harz nämlich nicht.

Das Deck abgebaut

Seit 4 Samstagen sind wir mit dem abbauen des Decks beschäftigt.

Schon damit man im Rumpf später vernünftig arbeiten kann, haben wir uns dafür entschieden. Das Deck war mit Polyesterharz und Glasgewebe überlaminiert und darauf war eine Anti-Rutsch Beschichtung geklebt. Das Zeug war erbärmlich schlecht abzureißen, aber richtig mit dem Holz verbunden war es auch nicht.

Im Prinzip hat die Beschichtung auch großflächig funktioniert, denn die Flächen waren größtenteils trocken. Aber im Bereich des Schandecks und der Fußreling haben diverse Risse dazu geführt, dass Wasser eingedrungen ist. Wegen der wenigen Ablauflöcher in der Fußreling hat wohl auch oft Wasser auf dem Deck gestanden. Das konnte dann langsam durch Risse einsickern. Daher war es wohl auch richtig, das Deck abzunehmen, denn wir haben dabei gerade im Bereich des Schandecks einige feuchte und morsche Stellen entdeckt.

Hier der Blick ins Boot nach achtern:

20161127-006

Und hier in den Bereich der Kajüte:

20161127-010

Wir werden wohl noch das Kajütdach abnehmen, da der Leistenbau von innen einfach schlimm aussieht. Nebenbei hat man an der Vorderwand der Kajüte schon arg rumrepariert. Da ist einfach eine zweite Platte von vorne gegengeschraubt worden. Das werden wir wohl auch erneuern.

Einige Decksbalken waren gespalten oder vergammelt Da müssen mindestens 5 erneuert werden.Die hintere Luke werden wir wohl nicht mehr einbauen. Sie ist auch auf den Zeichnungen von Oskar Schelin nicht vorgesehen.

Auf jeden Fall ist jetzt alles gut zugänglich, sodass wir den Rumpf von innen bearbeiten können. Er hat’s nötig.

 

Ausleisten

Nachdem die Außenhaut bis auf das rohe Holz abgeschliffen war,  mußte entschieden werden, was mit dem Rumpf jetzt passieren soll.

Vorweg ein paar Fakten: Das Boot ist ein Amateurbau. Es ist nicht mit Planken  beplankt, sondern mit Leisten. Diese Leisten sind untereinander mit Resorcinharzleim verleimt. Man erkennt das an den schwarzen Leimfugen. Die Leisten sind aber an den Spanten traditionell mit Kupfernieten befestigt.

Also war das mal ein vollverleimter Rumpf, dessen Leimnähte allerdings nicht mehr alle halten. Ich denke, durch Beschädigungen der Aussenhautbeschichtung ist oft viel Wasser in das Holz eingedrungen. Dadurch ist das Holz gequollen. Beim trocknen im Winter sind durch die Schrumpfung des Holzes dabei Risse entstanden bzw. Leimfugen gerissen. Die Vorbesitzer haben diese Risse mit Ettan oder ähnlichem zugeschmiert und gehofft, dass das Boot wieder dichtquillt. Einmal hat schon jemand am Überwasserschiff ausgeleistet, also die Risse mit Holz gefüllt

So kann man später aber nicht trailern und unschön ist es obendrein. Nebenbei ist so ein Rumpf instabiler, sodass  sich im Seegang immer weiter Risse bilden werden.

Also haben wir uns entschlossen, wieder den Weg wie bei Solgun zu gehen. Die Risse werden ausgeleistet und später, wenn es im Frühjahr wärmer wird, wird der Rumpf überlaminiert. Dann wird er weiß gestrichen. So schön war das auf Mahagoni gebeizte Kiefernholz sowieso nicht.

Wir haben also Johannes besucht, um einige Meter (120) Leisten zuzuschneiden. Die Leisten sind etwas keilig geschnitten, damit sie später besser in die Nuten rutschen. Wir haben 4 mm und 6 mm breite Leisten gesägt.

Neben jedem Riss wurde eine Anschlagsleiste genagelt und dann der Riss mit der Schattenfugensäge (auch Lamellofräse genannt) 4 mm breit aufgefräst. Bei einigen Rissen mußten wir wegen der Rissbreite noch mit 2 mm Unterlage ein zweites Mal fräsen. So passen dann dort die 6 mm Leisten:

20161011-002

Dann wurden die Leisten mit Epoxy eingeleimt. Dabei wurde auf das jetzt rohe saubere Holz in der gesägten Nut mit dem Pinsel normales Harz gestrichen, ebenso wurde die Leiste eingestrichen. Die Nut wurde dann mit angedicktem Harz gefüllt und die Leiste eingeschlagen.  Unsere Nuten gehen durch die volle Beplankungsdicke, sodass innen im Boot das überschüssige Harz austritt. So ist dann alles wieder “vollverleimt”.

20161011-005

Das ganze ist bei diesem Boot aufgrund der unregelmäßigen Risse etwas mühseliger als bei Solgun gewesen.

Zum Schluß wurden die Leisten mit dem Hobel fast auf das Niveau der Aussenhaut runtergehobelt und der Rest mit dem Bandschleifer bearbeitet.  Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

20161106-041

20161106-048

Kleinere Stellen müssen jetzt noch übergespachtelt werden. Der Übergang Rumpf/Kiel muß noch neu abgedichtet werden und der Übergang muß auch noch gespachtelt werden. Aber dafür ist es meistens schon zu kalt. Das Harz braucht mindestens 5-8°C zum durchhärten.

Wir werden in den nächsten Wochen das Deck entfernen.

Ende der Saison

Die Saison ist zuende.

Wir haben gemütlich bei bestem Sonnenschein abgesegelt. Jedenfalls war Marcel zufrieden. Es war auch richtig Betrieb auf der Weser. Der Oberweser Segelverein auf der anderen Weserseite hat noch seine Jahresabschlußregatta durchgeführt. So waren zeitweise über 20 Segelboote auf unserem kleinen Revier unterwegs.

20161017-011

Also ein letztes Mal in den Hafen elektromotort. Die Opti-Kinder sind natürlich cooler, die segeln rein 🙂

20161017-037

Dann haben wir Solgun gekrant. Seit dem Starnberger See war sie ja nur einige Wochen im Wasser, sodass das Unterwasserschiff noch recht sauber war. Jedenfalls ging das abspritzen mit dem Hochdruckreiniger diesmal recht flott .

img_1041-klein

Nun steht sie also wieder im Kuhstall und wartet auf die Winterarbeiten:

p1030192kllein

Das Deck muß wie jeden Winter einmal überlackiert werden. Vorher werden allerdings einige kleine Stellen etwas ausgebessert, wo z.B. Leinen und Schoten den Lack im Laufe der Saison abgeschabt haben.

Diesen Winter werde ich auch das Cockpit und die Flurplatten nachlackieren. Irgendwie ist das nicht mehr ganz so schön wie am Anfang. Natürlich werden Mast und Spieren bei der Gelegenheit auch etwas frischen Lack abbekommen.

Innen werde ich wohl die Kojenauflagen noch um ca. einen Meter nach vorne ergänzen. Dann fällt es auf längeren Touren leichter, Taschen und Säcke in den Bug zu schieben. Vorne fehlt ihr bei voller Beladung nämlich immer etwas Gewicht.

Das Unterwasserschiff wird einen Anstrich mit leicht verdünntem Antifouling bekommen. Dann sieht das auch wieder schick aus.

Noch ca. 150  Tage bis zum reinkranen.

Urlaub am Starnberger See

Wir wollten Solgun mal mit Alpenpanorama im Hintergrund segeln. Man hat ja oft von den schönen Segelrevieren in Süddeutschland gelesen. Und meinem Freund Ludwig aus Augsburg wollte ich mal das Boot zeigen. Da er aus Altersgründen nicht mehr nach Bremen fährt, muß ich halt nach Bayern fahren. Vorweg: Er war von Solgun hin und weg!

Wir sind auf Einladung eines sehr guten Freundes aus München beim Yachtclub Seeshaupt am Starnberger See gelandet. Ein tolles Ambiente gibt es  dort und sehr nette und hilfsbereite Vereinsmitglieder haben wir kennengelernt. Einer der nettesten Segler dort war der örtliche Hafenmeister. Uli hat unser Boot nach einem anstrengenden Regattatag noch auf die Schnelle ins Wasser gesetzt:

fullsizerender-2

fullsizerender-3

So konnten wir schön auf dem Boot schlafen.

Endlich sind wir auch mal mit ähnlichen Booten zusammen gesegelt. Das ist auf der Weser ja eher weniger der Fall. Da war zum Beispiel ein 30er Schärenkreuzer eines sehr netten Schweizer Pärchens:

20160904_141058-kopie

img_2810-hg

Oder auch der schwedische Neptunkryssare:

p1010010

Tolle Boote!

Unser Boot mit Alpen im Hintergrund. Soweit südlich war Solgun noch nie in ihren jetzt 77 Jahren:

img_2865-hg

Alles in allem war das eine tolle Woche. Schönstes Wetter, schöne Landschaft und eine großartige Gastfreundschaft konnten wir genießen. Vielleich machen wir die Reise nächstes Jahr nochmal.

Refit alter Holzsegelboote

Follow

Get the latest posts delivered to your mailbox: